Marcel Reich-Ranicki

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Marcel Reich-Ranicki wurde am 2. Juni 1920 in Włocławek geboren und ist somit ein gebürtiger Pole. Er gilt jedoch in ganz Deutschland als der einflussreichste Publizist und zugleich auch als härtester Literaturkritiker.

Als Ranickis Eltern in Polen vor dem Bankrott standen, schickten diese ihn zu Verwandten nach Berlin, bei denen er genügend finanzielle Versorgung erhielt. Zunächst besuchte er das Werner-von-Siemens-Realgymnasium, was jedoch im Jahre 1935 geschlossen wurde. Er wechselte daraufhin auf das Fichte-Gymnasium und machte dort 1938 erfolgreich sein Abitur. In dieser Zeit gelangte der Nationalsozialismus mehr und mehr nach Deutschland, woraufhin er Ende desselben Jahres nach Polen ausgewiesen wurde.
Im November des Jahres 1940 siedelte Reich-Ranicki gezwungenermaßen in das Warschauer Ghetto, wo er auch später seine Frau Teofila kennenlernte. Die weitere Zeit des Nationalsozialismus überlebte er mit seiner Frau nur durch die Familie Gawin, die beiden zu dieser Zeit einen dauerhaften Unterschlupf gewährte. Seine Familie wurde fast vollständig durch die Nationalsozialisten ermordet; einzig seine ältere Schwester Gerda flüchtete rechtzeitig mit ihrem Ehemann nach London.

Marcel Reich-Ranicki interessierte sich schon früh für Literatur im Allgemeinen und besonders für die deutsche Literatur. Als sich Thomas Mann zu seiner Zeit gegen den Nationalsozialismus aussprach, wurde er zum Vorbild für Ranicki.

Während einer Studienfahrt im Jahre 1953 entschied er sich, in Deutschland zu bleiben.
Er arbeitete fortan an Redakteur, freier Schriftsteller und auch Kolumnist in deutschen Tageszeitungen – unter anderen auch die FAZ (Frankfurter Allgemeine Zeitung).

Marcel Reich-Ranicki erhielt viele Ehrenauszeichnungen und Literaturpreise. Zuletzt wurde er erst im vergangenen Jahr für den Deutschen Fernsehpreis nominiert und gewann diesen auch, sorgte dann jedoch für großes Aufsehen, als er sich während seiner Dankesrede empört zeigte und den Preis ablehnte, da die heutige Qualität des Fernsehens ihn schockiere und er damit nichts zutun haben wolle.


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